STELLENAUSSCHREIBUNG: Projektleiter*in Urbane Gewalt

Seit dem 01.10.2016 erfolgt durch das Institut für Beratung, Begleitung und Bildung e.V. (B3) die Umsetzung des im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektes Urbane Gewalt.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Urbane Gewalt“? Was kann ein Projekt zu diesem Thema bewirken? Und warum findet ein Projekt zu diesem Thema gerade in Leipzig statt? Diese Fragen haben wir uns im Vorfeld auch gestellt und unsere Antworten finden Sie hier:

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Urbane Gewalt“?

 

Der Begriff „Urbane Gewalt“ ist bisher kaum definiert. Dabei geht es weniger darum, was genau unter „Urbaner Gewalt“ verstanden, sondern vielmehr um eine Eingrenzung des Raumes, in dem Gewalt beobachtet wird. Urban bedeutet städtisch und wir beziehen uns auf den Raum der Stadt Leipzig. Gleichzeitig ist es durch den Begriff möglich alle Aspekte der Gewalt – Erscheinungsformen, Ausmaß, Folge und Reaktionen - in unser Projekt mit einzubeziehen. Konkret heißt das also, wir haben keine Definition von Urbaner Gewalt überhaupt, sondern spezifizieren diese für eine Stadt.

Was kann ein Projekt zu diesem Thema bewirken?

 

Oder besser gefragt: Was kann es nicht bewirken? Das Projekt kann nicht bewirken, dass es in einer Stadt keine Gewalt mehr gibt. Unser Ziel ist es auch nicht, die Kriminalstatistik der Polizei aufzubessern. Uns geht es darum eine Kultur der Auseinandersetzung mit dem Thema „Urbane Gewalt“ gemeinsam mit den Bürger*innen der Stadt Leipzig zu schaffen. Außerdem möchten wir mit diesem Projekt Handlungsempfehlungen für andere Großstädte erarbeiten.

Und warum findet ein Projekt zu diesem Thema gerade in Leipzig statt?

 

Leipzig ist eine offene Stadt, in der sich alle Bewohnerinnen und Bewohner sicher fühlen wollen. In den letzten Jahren wuchs die Stadt stetig und diese Entwicklung hat auch eine Schattenseite.

Leipzig befindet sich bundesweit aktuell auf Platz 10 der einwohnerreichsten Städte. Dabei steht es in der polizeilichen Kriminalstatistik auf Platz 4 im Vergleich der Häufigkeiten von Straftaten auf 100.000 Einwohner. 2015 befand sich die Stadt noch auch Platz 14. Anhand dieser Zahlen lässt sich ableiten, dass eine zunehmende Urbanisierung auch zu einer Gewaltzunahme führt. Da Leipzig noch mitten in der Entwicklung zu sein scheint, bietet sich diese Stadt geradezu für ein Projekt zu diesem Thema an, denn hier finden Prozesse statt, die andere Großstädte bereits durchlaufen haben.

Was wollen wir machen und wie arbeiten wir?

 

Wir wollen in persönlichen Gesprächen, Podiumsdiskussionen, Bürgerdialogen und Fachveranstaltungen mit Betroffenen reden und verschiedene Sichtweisen diskutieren: Über das was uns wichtig ist, was unsere Aufmerksamkeit braucht, was uns eint und was uns prägt. Unser Projektansatz liegt auf der Förderung von Kommunikation und der positiven Beeinflussung der öffentlichen Diskussion und dem Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten. Die Ansätze und Methoden zum Handeln können vielfältig sein. Wir werden anregen, stadttypische Phänomene von Gewalt auch kulturell zu bearbeiten. Denkbar sind Theaterstücke, Filme, Lyrik, Fotografie und anderes. Wir möchten mit den Menschen vor Ort Ideen und Projekte entwickeln. Dafür stellen wir unsere Unterstützungsstrukturen zur Verfügung.

Wir arbeiten systemisch und kommen nicht mit einer Lösung, sondern unterstützen die Menschen vor Ort bei der Suche nach ihrer Lösung. Dies gilt auch für das Projekt. Wir haben keine vorgefertigten Konzepte, sondern wollen mit den Bürger*innen gemeinsam Handlungsoptionen erarbeiten.

 

Alle Interessenten in Leipzig – die entsprechende Erfahrungen mitbringen, Projektideen haben und aufgeschlossen sind – sind herzlich eingeladen uns anzusprechen und mit uns zu arbeiten.

Wer sind unsere Zielgruppen?


  • Bürgerinnen und Bürger der Stadt Leipzig
  • Behörden
  • Vereine und Initiativen
  • Gewerbetreibende
  • Soziokulturelle Zentren
  • Senioren
  • Rettungskräfte
  • Studierende in Leipzig.

Folgende Formate sind bisher geplant:


  • In Workshops mit Einsatzkräften der Feuerwehr und der Rettungsdienste wollen wir Erfassungs- und Präventionsstrategien im Umgang mit Gewalt erarbeiten.
  • Eine Gesprächsrunde für Senioren zum Thema Gewalt in Leipzig.
  • Kleinprojekte mit Bürgervereinen als Buchlesung oder Diskussionsrunden.
  • Fachtage mit verschiedenen Zielgruppen.
  • Gemeinsam mit freien und öffentlichen Trägern der Sozial- und Kulturarbeit werden wir Theater-, Film und Literaturprojekte umsetzen, die sich mit Themen der Gewalt in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld befassen.

Kooperationspartnerinnen und –partner sind bereits:

Kooperationspartnerinnen und –partner sind bereits:

der Kommunale Präventionsrat, der Landesverband Soziokultur Sachsen, der Landespräventionsrat Sachsen, die Leipziger Internetzeitung, der Deutsche Feuerwehrverband, die Branddirektion Leipzig, das Bildungsinstitut Mitteldeutschland der Johanniter-Akademie, der Bürgerverein Neustädter Markt e. V., die Seniorenunion Leipzig