Offener Brief

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Liebe Freund*innen, Kolleg*innen, Partner*innen,

unser Verein Institut für Beratung, Begleitung und Bildung e.V. ist vor kurzem fünf Jahre alt geworden.
Zeit, inne zu halten und eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Wir haben in diesen fünf Jahren viel bewegt. In vielfältigen Projekten, darunter zwei mehrjährige Bundesmodellprojekte, konnten wir unsere Erfahrungen und unser Leistungsprofil schärfen und erweitern. Wir moderierten und begleiteten zahlreiche Prozesse in den unterschiedlichsten Zusammenhängen. In Vereinen, Kommunen und Verbänden. Von der Pleiße bis ins Drei-Länder-Eck, von der Großstadt bis in den ländlichen Raum.

Unsere Beratungsnehmer*innen profitieren nachhaltig von unserer Begleitung. Erreicht wird dies mit einem professionellen systemisch lösungsorientierten Beratungsansatz, der auf Veränderung und voranschreitende Entwicklung abzielt. Wir sehen stets die Ratsuchenden als Expert*innen für ihre jeweilige Fragestellung und sie werden empathisch, konstruktiv und ressourcenorientiert auf ihrem Weg zur Lösung begleitet.

Ob es um menschen- und demokratiefeindliche Erscheinungen geht oder Beratungsnehmer*innen zu uns kommen, weil sie mit einer plötzlich über sie hereinbrechenden Welle von Medienanfragen zurechtkommen müssen. Bei all diesen Herausforderungen vertrauen die Beratungsnehmer*innen auf uns und unsere systemische, lösungsorientierte und überparteiliche Perspektive.

Da wir seinerzeit mit diesem Ansatz und unserem vielseitigen externen Berater*innenpool mit spezifischem Sachverstand in Sachsen Neuland betreten haben, mussten viele Dinge erst entwickelt und erprobt werden. Wir entwickelten daher Arbeitsmaterialien (z.B. das Beraterhandbuch und die Broschüre „Bürgerdialog“) und ließen unsere Arbeit stetig von externen Gutachtern evaluieren (z.B. 2018 den Fall „Ostritzer Friedensfest“). Immer wieder wurden wir als diskreter, geschätzter und akzeptierter Partner für Beratungs- und Coachingfälle angesprochen. Seit Beginn des Jahres 2020 sind wir bei der Landesstrategie ASSKomm (Allianz Sichere Sächsische Kommunen) und PiT (Prävention im Team) als Auftragnehmer verantwortlich für die Koordination und Durchführung des kommunalen Coachings. Wir begleiten die Kommunen mit unseren externen Coaches und unseren Erfahrungen in der Präventionslandschaft beim Auf- und Ausbau von kommunalen Präventionsräten (KPR).

Von Anfang an gingen mit den durchgeführten Projekten auch Veränderungen einher, zum Beispiel der Umzug von Pirna nach Dresden, der mit der räumlichen Nähe zu unseren Kooperationspartner*innen und seiner zentralen Lage für kurze Wege sorgte, oder andere erfolgreiche Entwicklungen, wie die mit dem Umzug einhergehende Einrichtung eigener Seminar- und Beratungsräume oder die Schaffung einer digitalen, jederzeit aktuellen und einsehbaren Fallverwaltung. Auch kommunale Beratungen gehören zur Erfolgsbilanz. Zu nennen ist die inzwischen für ihr vorbildliches Engagement für Demokratie ausgezeichnete Stadt Ostritz. Oder Zittau und einige Orte entlang der Bundesstraße 96, die ausdrücklich die Zusammenarbeit mit uns suchen, um einen konstruktiven Umgang mit den dort regelmäßig stattfindenden Bürger*innenprotesten zu finden. Ein weiterer Meilenstein war die erfolgreiche Begleitung der Konzeption und Umsetzung des Studiengangs „Präventionsmanagement – Kompetenzen für soziale Interventionen“ an der Universität Chemnitz. Der Studiengang wurde jüngst als innovativster Studiengang mit dem Transferpreis in der Kategorie “Weiterbildung, lebenslanges Lernen und gesellschaftspolitisch relevante Beiträge” ausgezeichnet.

Es ging stetig voran. Mancher Weg entstand beim Gehen, andere wurden gezielt beschritten. In jedem Fall wohnte dem jeweils ersten und auch den folgenden Schritten große Kraft und großer Mut inne. Beides wurde gebraucht, denn die Anzahl der Aufgaben und das Team wuchsen ständig. Wir erweiterten unseren fachlichen Sachverstand, beanspruchten aber auch die internen organisatorischen und strukturellen Ressourcen in erheblichem Maß.

Beispielsweise gab es im Bereich der Förderung durch öffentliche Zuwendungen zu Beginn der Vereinsgeschichte wenige praktische Erfahrungswerte. Insbesondere, was die zuwendungsrechtskonforme Umsetzung unseres speziellen Ansatzes der Beauftragung externer Berater*innen betrifft. Dadurch kam es naturgemäß zu Irrtümern. Sie waren für uns nach eingehender Analyse und Prüfung Anlass zu substanziellen Veränderungen in Struktur und Organisation.  Mit dem Ziel, die Erfolge und die positiven Effekte unserer Arbeit nachhaltig zu sichern.

Insbesondere in den letzten Monaten und Wochen hat sich daraus noch einmal eine besondere Dynamik entwickelt, in deren Folge eine neue Leitung des Vereins und des Teams entstanden ist. Die bisherige Vereinsvorsitzende und Direktorin Ute Seckendorf und unser bisheriger Geschäftsführer Mike Brendel sind aus ihren Angestelltenverhältnissen und aus ihren übrigen Funktionen im Verein ausgeschieden und haben sich neue berufliche Aktionsfelder erschlossen. Die Verantwortung der Geschäftsleitung hat der Wirtschaftsfachwirt Roy Schlesinger übernommen. Ihm zur Seite steht die Historikerin Ulrike Geisler, als fachlich-inhaltliche Leitung.

Das Institut B3, wie wir landläufig genannt werden, wird auch weiterhin auf der inhaltlich fachlichen Ebene vor Ort, in seinem Kerngeschäft, qualitativ hochwertige Arbeit abliefern. Wir werden unseren Ansatz in der Beratung und in der Philosophie der Begleitung immer wieder reflektieren und weiterentwickeln. Unsere Erfahrungen fließen in die Umsetzung unserer Arbeit ein.

Öffentlich angestellte Vermutungen, unsere Geschäftsführung der Vergangenheit sei nicht ordnungsgemäß erfolgt, weisen wir deutlich und klar als falsch zurück. Die Geschäftsführung des Vereins wurde in verschiedenen unabhängigen Prüfverfahren, z.B. durch einen externen Wirtschaftsprüfer, Bundes- und Landesbehörden und durch interne Revision, wiederholt und nachweislich als ordnungsgemäß bestätigt.

Wir bedanken uns bei unseren Förderern, unseren Partner*innen und unseren Coaches für die bisherige Zusammenarbeit und schauen gemeinsam in die Zukunft. Herausforderungen sind in diesen Zeiten überall da. Es gibt viel zu tun und voranzubringen. Das macht unsere Arbeit als Institut B3 aus und lässt uns mit Leidenschaft auf dem aufbauen, was wir bisher schon erreicht haben.

Das Institut B3 sieht sich fünf Jahre nach der Aufnahme seiner Tätigkeit und nach turbulenten Zeiten nach wie vor an der Seite derjenigen diversen Organisationen und Initiativen, die sich einer demokratischen Kultur verpflichtet fühlen.

Wir stehen für einen partnerschaftlichen, überparteilichen und verbindenden Kommunikations- und Coachingansatz und stellen unsere Expertise und unsere neue Struktur mit voller Kraft zur Verfügung.

Nach wie vor herrscht großer Bedarf an der systemischen, lösungsorientierten und ideologiefreien Arbeit des Instituts B3. Vor Ort, in den Landkreisen und Kommunen. Dies wird uns durch viele Anfragen und Kontakte immer wieder aufs Neue gespiegelt. Das Institut B3 bleibt gleichberechtigter Partner im Kreis derjenigen, die für ein vielfältiges, friedliches und demokratisches Sachsen eintreten.

Der Verein und das Team der Mitarbeiter*innen vertreten durch den
Vorstand Martin Ziegenhagen und Paul Würdig-Fugmann