Unterwegs in der Oberlausitz

Zwischen altem Fabrik-Charme und Zukunftsinvestitionen für ein demokratisches Miteinander.

Die sächsische Kleinstadt Ebersbach-Neugersdorf liegt mit ihren rund 11.500 Einwohnern an der Fernverkehrsstraße B69 im Herzen der Oberlausitz. Unweit der tschechischen Grenze prägten einst zahlreiche Fabrikgebäude das Erscheinungsbild. Der Industriestandort war zu DDR-Zeiten ein gefragter Arbeitsort. Rund 17.000 Arbeiter:innen kamen jeden Tag von außerhalb in die Stadt Neugersdorf gependelt.

Heute ist sie Ausgangspunkt des lokalen Vereins „Lebens(t)räume e.V.“, der aktuell projektbezogen am Förderprogramm „Orte der Demokratie“ des Freistaates Sachsen beteiligt ist. Im Rahmen unserer Projektkooperation im Modellprojekt „Zwischen Wut und stillem Protest“ besuchten wir den Verein und ließen uns von Jens Hommel die vielfältigen Aktivitäten vor Ort zeigen. Dabei wurden bereits viele gemeinsame Schnittstellen ausgelotet.

Das Demonstrationsgeschehen bleibt ein zentrales Element des Ausdruckes einer scheinbar kollektiven Unzufriedenheit der Menschen. Raum für ein Aufeinander-Zugehen bieten die „Stadtgespräche“, die monatlich in der Stadtbibliothek Ebersbach-Neugersdorf stattfinden. Die Mitarbeiter:innen der Stadtbibliothek empfingen uns ebenfalls mit offenen Türen und berichteten über ihr Konzept, den Standort als Medienkompetenzzentrum ausbauen zu wollen. Mit Jugendlichen, aber auch kleineren Kindern sowie vor allem deren Eltern soll zukünftig der kritische Umgang mit Medien trainiert werden.

Um auch unserem Projektziel näher zu kommen, das Miteinander mit demokratischen Mitteln wiederzufinden und dem spürbaren „Riss“ in der Gesellschaft entgegenzuwirken, ist ein stetiger Austausch mit den Menschen aus lokalen Strukturen äußerst bereichernd.

         
Bernd Stracke und Jens Hommel                    Stadtbibliothek